Fragen zu Zahlungsabwicklung & Zahlungsarten

Warum brauche ich einen Payment Service Provider?

Ein Payment Service Provider (auch: PSP, Zahlungsdienstleister, Zahlungsdienst oder Zahlungsanbieter) ist ein Unternehmen, welches Zahlungsverfahren (wie z. B. VISA, PayPal, SOFORT Überweisung oder den Kauf auf Rechnung) für Onlineshops und stationäre Geschäfte bereitstellt und die Abwicklung von Kundenzahlungen vornimmt, die mithilfe der entsprechenden Zahlungsverfahren getätigt wurden. Die Kernleistungen sind das Management von Akzeptanzveträgen, die technische Anbindung von Zahlarten und die Verarbeitung von Kundenzahlungen ... weiterlesen

Was bedeutet Disagio?

Unter Disagio versteht man den prozentualen Anteil der Transaktion, den der PSP einbehält (Servicefee, Schemefee, Interchange).

Was ist ein Mindestdisagio?

Ein Mindestdisagio ist ein Mindestbetrag oder Prozentsatz, der pro Transaktion fällig wird, um sicherzustellen, dass die fixen Gebühren der Kartenorganisationen abgedeckt sind.

Was ist ein Acquirer?

Finanzinstitute, die über eine Principal Membership mit den Kreditkartenorganisationen verfügen und Händlern (Vertragsunternehmen) über einen Acquiring- oder Akzeptanzvertrag die Möglichkeit geben, Kreditkartenzahlungen von ihren Kunden zu akzeptieren, nennt man Acquier.

Was ist ein Issuer?

Issuer sind Banken und Finanzinstitute, die eine Principal Membership haben, um Kreditkarten an Kunden herauszugeben. Achtung: Ausnahme sind AMEX, die Issuer und Acquirer in einem sind und an keine dritte Partei eine Principal Membership vergeben, um Karten zu emittieren oder Acquirer zu werden. 

Was versteht man unter den Interbankenentgelt?

Das Interchange/Interbankenentgeld (MIF/Multil-Laterale Interchange Fee) soll die Teile der Erlöse der Acquiring Bank an die kartenausgebende Bank weitergeben, um diese zur weiteren Ausgabe von Karten zu motivieren. Außerdem soll der Issuer damit seine laufenden Kosten für Transaktionsabwicklung, Abrechnung, Missbrauchsverhinderung, Vorfinanzierung bis zur Belastung des Karteninhabers oder Abschreibungen wegen Zahlungsausfällen kompensiert bekommen. Mit der MIF (Multi-Laterale Interchange Fee) Regulierung wurde innerhalb der EU für Konsumentenkarten ein Höchstsatz festgelegt. Aktuell liegen die Interbankenentgelte für Konsumentenkarten im europäischen Wirtschaftsraum (EEA) für Kreditkarten  bei 0,3% und für Debitkarten bei 0,2%.

Was sind Schemefees?

Die Schemefee ist die Gebühr, die an die Kreditkartenorganisationen abgeführt wird.

Welche Zahlungsarten gibt es?

Kreditkarten, Online-Transfer, E-Wallets & Co. >>Zahlungsarten im Überblick.

Was ist eine Kreditkarte?

Die Kreditkarten sind von der Grundidee primär auf das Konsumentenkreditgeschäft ausgerichtet und haben, entsprechend der Bonität des Karteninhabers, ein festgelegtes Limit und werden einmal im Monat vom Bankkonto des Karteninhabers abgebucht. 

Was ist eine Debitkarte?

Debitkarten können überall eingesetzt werden, wo Visa oder Mastercard akzeptiert werden. Sie sind mit einem Kreditkarten-Logo gebrandet, jedoch wird direkt von dem hinterlegten Bankkonto abgebucht. 

Was ist ein CVC/CVV-Code?

CVV bedeutet ausgeschrieben Card Verification Value (auf deutsch: Kartenverifizierungswert oder Kartenprüfnummer), auch als CVC (Card Verification Code), CVC-2 oder CVV-2 geläufig. Der CVV-Code entspricht einer zusätzlichen drei- oder vierstelligen Zahlenkombination, die auf die Kreditkarte gedruckt (nicht eingeprägt) wird. Bei Mastercard, VISA und Diners Club Karten beispielsweise, besteht der CVV-Code aus der letzten Ziffergruppierung von drei oder vier Ziffern, die auf das Unterschriftsband der Kartenrückseite gedruckt sind.

Was ist eine Consumer Card?

Eine Consumer Card ist eine Kreditkarte, die einer privaten Person gehört und nur zum privaten Gebrauch eingesetzt wird.

Was sind Commercial Cards , Corporate Cards oder Business Cards?

Eine Corporate Card ist eine Karte, die einem Mitarbeiter einer Firma zur Begleichung der Reisekosten oder Firmenausgaben ausgegeben wird. Corporate Cards oder Commercial Cards haben höhere Interchanges, die dem Händler belastet werden. Unternehmer nutzen Corporate Cards für ihre Mitarbeiter, um die Ausgaben der Mitarbeiter für das Unternehmen sauber über eine Kostenstellenrechnung auszulagern und damit die Buchhaltung zu entlasten..

Was ist Fraud Prevention?

Fraud Prevention oder Betrugsprävention verhindert, dass Händler im Bestellvorgang vor Betrug geschützt werden. Der Händler kann dazu individuell softwaregestützte Fraud-Prevention-Tools beauftragen.

Was bedeutet PCI/PCI DSS?

Seit 2006 besteht der PCI SSC (Payment Card Industry Security Standards Council) mit dem Ziel, die PCI-Sicherheitsstandards weiterzuentwickeln, darüber aufzuklären und diese zu verwalten. Das SSC wurde von den Kreditkartenunternehmen American Express, Discover Financial Services, JCB International, Mastercard Worldwide und Visa Inc. begründet. Alle Gründungsmitglieder verpflichten sich darauf, den PCI DSS (Payment Card Industry Security Data Security Standard) als technische Voraussetzung in die Konformitätsprogramme zur Datensicherheit des jeweiligen Unternehmens zu integrieren. Dies gilt also auch für alle Dienstleister und Unternehmen, die mit den Mitgliedsunternehmen Kreditkartenabwicklungen vornehmen. Dies bedeutet, dass diejenigen, die Kreditkarten-Transaktionen speichern, übermitteln oder abwickeln, das Regelwerk erfüllen müssen. Somit unterliegen auch alle Online-Shop-Betreiber und E-Commerce-Unternehmen, die die Kreditkartenzahlung anbieten möchten, diesen Konformitätsregelungen. Da die technische Umsetzung der Kriterien sehr aufwendig ist und die Zertifizierung eines einzelnen Shops selten lohnt, ist der gängige Weg über einen Payment Service Provider mit PCI DSS-konformen Payment-Plugins im Shopsystem.

Was ist 3D Secure für Händler?

3-D Secure ist ein Verfahren, das die Sicherheit bei Online-Kreditkarten-Bezahlungen erhöhen soll. Man unterscheidet je nach Kreditkartengesellschaft in Verified by Visa, Mastercard Identity Check, Amex Safe Key, Dinery Protect Buy, JCB J-Secure. Dieses Verfahren soll durch Eingabe individueller PINs/TANs den Ausfall von Zahlungen durch Kartenmissbrauch reduzieren. Mit der Umsetzung der PSD2 im September 2019 wird dieses Verfahren in 3DS 2.0 verschärft und eine starke Kundenautentifizerung (SCA) verpflichtend. Hier werden weitere Kriterien, wie biometrische Daten etc. notwendig.

Was ist eine VP Nummer?

VP, VU, MID sind Synonyme für die Vertragsnummern, die der Acquirer einem Händler für Visa und Mastercard vergibt, um sicherzustellen, dass die Transaktionen eindeutig dem jeweiligen Händler zuzuordnen sind.

Was ist eine Autorisierung?

Unter der Autorisierung einer Kreditkarte versteht man den Vorgang, bei dem ein Händler die Genehmigung zur Verwendung der Kreditkarte für eine bestimmte Transaktion erhält.

Autorisierung - was wird überprüft?

Wird die Kreditkarte durch das Terminal gezogen, werden zunächst die Kartendaten an die sogenannte Händlerbank gesendet. Die Händlerbank steht dabei auf der Seite des Händlers und ermöglicht es diesem, Kreditkartenzahlungen zuzulassen. Die Händlerbank leitet dann eine Anfrage bezüglich der Autorisierung an die Issuing Bank weiter. Diese überprüft daraufhin das Kartenlimit und sendet die gewünschte Information zurück. Die Zahlungsabwicklung ist dann entweder autorisiert und erfolgt, oder wird durch die Issuing Bank verweigert, wenn das Kreditkartenlimit erreicht ist oder die Karte beispielsweise wegen eines Diebstahls gesperrt wurde. Noch bevor jedoch die tatsächliche Bezahlung, also der Geldtransfer, vorgenommen werden kann, wird der Händler über die Autorisierung informiert und schließt mit seinem Kunden das jeweilige Geschäft ab. Die Kreditkarte wird erst nach Versand der Ware mit dem jeweiligen Betrag belastet. Insgesamt dauert der Autorisierungsvorgang nur wenige Sekunden und ist für den Endkunden nicht spürbar.

Was bedeutet BIN close to IP?

Parallel zum momentanen Aufenthalts- oder Zugangsort des Kunden zum Internet mit Hilfe der IP-Adresse wird durch die BIN (Bank Identification Number) die kartenausgebende Bank und deren Ursprungsland ermittelt. Bestimmte Kombinationen der beiden Länder können daraufhin für die Zahlung zugelassen oder abgelehnt werden. 

Welche Transaktionstypen gibt es?

  • DEB  Debit – Belastung des Zahlungsmittels  
  • CAP  Capture – Einzug eines reservierten Betrags  
  • REC  Receipt – Eingang eines Betrags z.B. durch  Überweisung  
  • RES  Reservation – Reservierung eines Betrags  
  • REG  Registration – Nur Speicherung der Bezahldaten
  • REF  Refund – Rückbuchung/Erstattung
  • REV Reversal – Stornierung
  • RED Rebill – erneute Belastung 
  • CBN Chargeback Notification – Benachrichtigung eines Rückrufs
  • CHB Chargeback – Rückruf durch Endkundenbank
  • FIN Finalize – Bestätigung der Leistungserbringung 
  • SCH  Schedule – Scheduling Prozess bei Abonnement

Was ist ein Chargeback?

Im Internet kommt es vor, dass Kreditkarten missbräuchlich eingesetzt werden. Um den Konsumenten zu schützen, haben die kartenausgebenden Banken (Issuer) dem Karteninhaber die Möglichkeit eingeräumt, einer Zahlung zu widersprechen. Dieses Verfahren nennt man Chargeback. Hierbei handelt es sich letztlich um eine Ausgleichsbuchung und der Betrag wird dem Kreditkartenkonto wieder gutgeschrieben. Grundsätzlich gilt, dass der Karteninhaber bis zu 180 Tage Zeit hat, einer Zahlung zu widersprechen und einen Chargeback auszulösen.

Was ist ein Refund, was ein Reversal?

Ein Refund ist eine Gutschrift, die vom Händler an den Kunden aufgrund einer Kulanz oder einer zu Unrecht erfolgten Abbuchung gewährt wird. Ein Reversal ist eine Stornierung einer nicht abgeschlossenen Transaktion.

Was ist die Sicherheitsleistung?

Eine Sicherheitsleistung dient der Absicherung des Zahlungsanbieters gegenüber Zahlungsausfällen aus Chargebacks oder Refunds. Im Regelfall wird eine Sicherheitsleistung als sogenannte Rolling Reserve vereinbart. Das bedeutet, dass von jedem Umsatz ein prozentualer Teil einbehalten wird, der nach der vereinbarten Frist wieder an den Händler ausgezahlt wird, zum Beispiel 10%/180 Tage. Es gibt neben der Rolling Reserve noch die Möglichkeiten, eine Sicherheitsleitung als Deposit oder Bankbürgschaft zu stellen. In beiden Fällen wird das Zahlungsausfallrisiko entsprechend dem Geschäftsmodell und den geplanten Umsätzen kalkuliert.

Was ist eine Reservierung und wie lange ist eine Reservierung möglich?

Der Begriff Reservation steht für die Reservierung eines bestimmten Geldbetrags auf einer Kreditkarte. Häufig wird in diesem Bereich auch der Begriff Pre-Autorisation verwendet. Eine Reservierung ist maximal 28 Tage möglich.

Was bedeutet card present bzw. not present?

Eine Card-not-present-Transaktion ist eine Zahlungskarten-Transaktion, bei der der Karteninhaber die Karte für die Prüfung eines Händlers zum Zeitpunkt der Bestellung nicht physisch vorlegt oder nicht vorlegen kann, wie z. B. bei Bestellungen über Katalog per Post, Fax, Telefon oder Internet.

Was beinhaltet das Fernabsatzgeschäft?

Fernabsatzgeschäfte sind solche Verträge, die unter ausschließlicher Verwendung von Fernkommunikationsmitteln geschlossen werden und bei denen die Kreditkarte nicht physisch vorliegt.

Was bedeutet MOTO?

Unter MOTO versteht man "Mail Order" / "Telephone Order". Hier werden Bestellungen telefonisch oder per Mail entgegengenommen.

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